So ähnlich und doch ...

… so verschieden sind meine beiden Enfields. Nachdem ich in letzter Zeit fast nur die Graue gefahren habe, ist heute die Schwarze an der Reihe und das zeigt mir die Ähnlichkeiten und Unterschiede gleichermaßen auf.

Die spür- und erfahrbaren Unterschiede sind in der Hauptsache der laufruhige Motor, das 5-Ganggetriebe, die Scheibenbremse und, besonders gravierend, der Auspuff der Schwarzen. Tatsächlich fährt sie sich dadurch fast wie ein modernes Motorrad, während die Graue das Gefühl eines archaischen Oldtimers vermittelt. Eigentlich prima, denn so habe ich die Chance auf völlig unterschiedliche Fahrerlebnisse.

Heute jedenfalls erlebe die schwarze Enfield auf einer kleinen Tour in Richtung Rhön, zu der ich gegen 13:00 aufbreche. Ziel ist Eichenzell, ein kleiner Ort nahe Fulda, in dem sich ein Royal-Enfield Dealer befindet. Und das möchte ich mir anschauen – nur anschauen, denn natürlich ist heute am Sonntag kein Laden geöffnet.

Viel Sonne – aber zieht euch warm an – das sagt der Wetterbericht in Radio FFH kurz vor meinem Aufbruch. Die Internet-Wetterdienste dagegen sprechen von einer Regenwahrscheinlichkeit von fast 40% im Vogelsberg und beinahe 50% in der Rhön. Was soll man da noch glauben? Mir jedenfalls ist das Wetter jetzt egal und ich fahre bei unglaublich schönem Wetter los, um über das Feldatal und das Schwalmtal in Richtung Rhön zu gelangen. Hier, zwischen Felda- und Schwalmtal und nicht mehr weit von Dirlammen habe ich einen unglaublichen Blick in den östlichen Vogelsberg, der sich linker Hand von mir ausbreitet. Und die Sonne wärmt richtig gut.

Aber das mit der wärmenden Sonne gilt nur da, wo sie den Boden erreicht. In den Waldstücken ist es sofort empfindlich kalt und sobald die Waldstücke länger werden, bist Du heilfroh, wärmende Funktionsunterwäsche angezogen zu haben.

Am Kaliwerk bei Rommerz habe ich den Vogelsberg schon lang hinter mir gelassen und bin bereits kurz vor Neuhof.

In Neuhof will ich über Kerzell in Richtung Eichenzell fahren. Dabei gerate ich aber noch vor Kerzell in eine völlig unübersichtliche Situation, an deren Ende ich mich auf der Autobahn A66 in Richtung Fulda befinde. Nachdem ich zuerst plane, direkt wieder die A66 zu verlassen, bleibe ich dann doch auf der Autostrada, weil ein Hinweisschild nach Eichenzell auftaucht.

OK, etwa 5 Minuten Autobahn kann selbst ich ertragen. Jedenfalls gibt es tatsächlich eine Abfahrt Eichenzell. Im Ort folge ich intuitiv einem Hinweisschild zum Industriegebiet ausserhalb und komme auch richtig auf den Queracker zu Andy’s Motorcycles. Leider gibt es hier kein Schaufenster, aber der Laden ist recht groß und hat interessante Marken: Royal Enfield, Benelli, Brixton, Zero. Hier werde ich sicher noch mal an einem Wochentag hinfahren.

Über Hattenhof fahre ich weiter in Richtung Büchenberg, dass ich von meinen Besuchen bei NSU Motzke her kenne. Das ist eine sehr schöne Strecke, und die Landschaft ist völlig anders als im Vogelsberg. Hier beispielsweise erscheint mir die Gegend gar niederbayrisch zu sein. OK, Bayern ist nicht mehr weit, aber Niederbayern sehr wohl.

Bei NSU Motzke gibt es natürlich nichts zu sehen – bis auf die Max an der Hauswand.

Pardon, ist natürlich eine Supermax.

Zwangsläufig komme ich dann durch Mittelkalbach, wo ich nur ganz kurz in die Super-Bike-Box schaue – hier gibt es wenigstens Schaufenster und dahinter schöne Klassiker.

In Hauswurz ändere ich die Route und biege ab in Richtung Freiensteinau. Bei Nieder-Moos gönne ich mir einen Blick aufs Wasser und lasse mir einen Moment die Sonne auf den Pelz scheinen – tut gut.

In einem Rutsch fahre ich dann über Schotten zum Falltorhaus im Laubacher Wald. Hier ist wenig los, aber es ist auch bereits nach 17:00 und da wird es schnell kalt. Schätze, gegen Mittag war es hier richtig voll.

Da habe ich heute eine wirklich schöne Tour gefahren – trotz der paar Autobahnkilometer. Waren deutlich mehr als 200 Kilometer auf der Enfield, die wie immer viel Vergnügen bereitet hat.

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