Es gibt immer was zu testen

….. und ganz besonders an einer Enfield. An meiner grauen Bullet habe ich mittlerweile wieder soviel verändert, dass ich beinahe täglich eine Testfahrt machen müsste – leider macht das miese Wetter in diesem Frühjahr mir nur allzu oft einen Strich durch die Rechnung.

Heute jedoch ist das Wetter OK, zwar nicht wirklich warm, aber zum Fahren exakt richtig. Jetzt kann ich also endlich die letzten Modifikationen testen: Verstärkung im Getriebedeckel, neuer Kupplungszug, Schaltmechanismus gereinigt und mit Molykote geschmiert, Leerlauffinder korrekt justiert. Und natürlich bleibt die Boyer-Zündung nach wie vor unter Beobachtung.

Um 14:30 geht es also in die Werkstatt. Mittlerweile weiss ich, wie die Bullet in kaltem Zustand anspringt: Ohne Zündung mit geöffnetem Benzinhahn und gezogenem Choke ein paar mal durchtreten, dann Choke wieder raus, Zündung an und locker gekickt. Bisher kommt der Motor auf diese Weise beim dritten Kick. Danke an Flo Nytz für diesen Trick.

Heute bringt die Post auch die elektronische Sachse-Zündung. Die ist aber nicht für die graue, sondern für die schwarze Bullet. Die Graue hat ja schon die Boyer verbaut. Aber das nur zur Info, denn geschraubt wird heute nicht. Das hebe ich mir für den nächsten Regentag auf.

Ich fahre die Bullet jetzt 25 km lang warm, bis es zwischen Stumpertenrod und Kestrich den ersten Halt gibt. Alles in Ordnung und die Vergasereinstellung kann bleiben wie sie ist: Genau 1,5 Umdrehungen für die Luftregulierschraube.

Da der eckige Hinterreifen etwas runder werden soll, suche ich heute besonders kurvige Strassen, und da gehört die Verbindungsstraße zwischen Köddingen und Windhausen unbedingt dazu.

Auch das Strässchen von Sellnrod nach Altenhain eignet sich prima dazu, den Reifen wieder in Form zu bringen. Und den Vogelsbergblick gibts gratis dazu.

Ich genieße die Landschaft einen Augenblick, um mich danach wieder der Enfield zu widmen.

Der Krümmer hat durch die bisherigen 80 Kilometer eine angenehm blau-goldene Färbung bekommen.

Und die Öltemperatur im Ölreservoir steigt nicht über 60°C – das ist auf keinen Fall zu viel.

Die letzten Kilometer nehme ich durch den Laubacher Wald und …..

….. drapiere die Enfield vor das Tor der kleinen Kapelle am Rande von Laubach.

Jetzt sind es nur noch 10 Kilometer bis nach Hause.

Damit sind wir heute ziemlich genau 100 Kilometer gefahren – genau richtig für eine Testfahrt. Die neu abgedichteten Ölablaßschrauben halten jetzt absolut dicht – dank Dowty-Dichtringen. Jetzt gibt es etwas Öl auf die Kette, ein paar tote Käfer und Fliegen werden entfernt, und dann heisst es wieder: Let’s call it a day.

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