Amöneburg

Amöneburg, Amöneburg – das ist ja wohl nichts Besonderes. OK, es stimmt: In den letzten Jahren war ich etliche male in Amöneburg, hoch oben auf dem Pickel.

Hab ungezählte Cappuccino, Eisbecher und Tortenstücke verputzt und insgesamt einige Stunden in einem der Cafes am Marktplatz gesessen.

Aber heute läuft es mal anders: Ich werde so lange dort oben herumkurven, bis ich das Schloss, also die echte Amöneburg gefunden und besichtigt habe.

Über die Rabenau und Rüddingshausen geht die Fahrt in Richtung Amöneburg. Als erstes aber gibt es ein Foto-Shooting an meinem Lieblings-Landwirtschafts-Schuppen bei Deckenbach. Ich finde das kleine Gebäude einfach klasse.

Im Amöneburger Becken ist die Ernte in vollem Gange. Von diesem Platz aus sehe ich sowohl Schloß Schweinsberg als auch die Amöneburg. Und wenn ich mich ganz drehe, hab ich sogar noch das Homberger Schloß im Blick.

Und nach rund 40 Kilometern bin ich jetzt schon oben in Amöneburg. Diesmal fahre ich den Marktplatz gar nicht erst an, sondern schraube mich immer höher und höher, teilweise durch Fußgängerpfade, bis ich am höchsten Punkt angekommen bin. Ein Motorrad ist bereits hier oben und es ist das totale Kontrastprogramm zu meinem archaischen Single: Eine 6-Zylinder BMW.

Und jetzt erkenne ich zum ersten mal, dass das, was ich immer für das Amöneburger Schloss gehalten habe, in Wirklichkeit eine recht gewaltige Kirche ist.

Direkt neben der Kirche dann das Schloß, besser, die Burg, und noch besser, die Burgruine. Davor eine Statue des Bonifatius, der auch hier in Sachen Christianisierung sehr aktiv war.

Aber auch wenn es „nur“ eine Ruine ist, so handelt es sich dennoch um ein eindrucksvolles Bauwerk, von dem noch einiges zu sehen ist. Und das ganze befindet sich in einer äusserst gepflegten Anlage, die bereits zu dieser recht frühen Stunde gut besucht ist.

Sehr schön der ehemalige Burghof mit seinem Rundgang.

Hier sehen wir Kirche und Burgruine beisammen. Was aber schon von weitem zu sehen ist, ist nur die Kirche.

Ein gigantischer Ausblick, und es ist sofort klar: Wer hier oben auf der Burg saß, hatte einen enormen strategischen Vorteil.

Eine kleine Info zum Schloß, und wer hatte auch hier wieder die Hände im Spiel: Natürlich die mainzerischen Bischöfe.

Ein Plan der Amöneburger Altstadt.

Und hier findet sich ein Tourenvorschlag über die benachbarten Höhenzüge. Könnte man durchaus mal so nach fahren.

In einem Burgverlies findet sich ein historischer Abriss zur wechselvollen Geschichte der Amöneburg und daneben eine kleine Sammlung der einheimischen Tierarten – und da ist sogar der Waschbär aufgeführt.

Fand ich ganz spannend, Amöneburg mal etwas besser kennen zu lernen. Und wo ich schon bei historischen Betrachtungen bin, fahre ich gleich noch die Kapelle und den Wartturm in Wittelsberg an.

Das Türmchen kann man natürlich nicht mit der Amöneburg vergleichen, aber es hatte sicher auch seinen Sinn.

Und zwar diesen Sinn: Ein Vorposten der Herren von Burg Frauenberg gegen das mainzerische Amöneburg.

Den Hinweis auf Burg Frauenberg nehme ich sofort auf und mache mich startklar, um für heute meine letzte historische Stätte zu besuchen. Auf geht’s.

Und schon bin ich am Ziel. Auch zu Burg Frauenberg gibt es ein paar Hinweise.

Heute nehme ich sogar den Fussmarsch zur Burgruine in Angriff – und das bei der Hitze. Viel ist von der einst stolzen Burg leider nicht übrig geblieben.

Weites Land! Du hast einen tollen Ausblick auf die Burgen im Gießener Land, den Dünsberg und das Gladenbacher Bergland.

Und das soll’s für heute gewesen sein. Ich mache mich über den Ebsdorfergrund auf den Heimweg und schiesse ein letztes Foto auf der kleinen Strasse zwischen Höingen und Deckenbach. Gegen 18:00 bin ich nach 150 Kilometern dann wieder daheim.

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