Wunderbare Wälder

Hessen ist ja ein bekannt waldreiches Bundesland und auch hier am Rande des Vogelsberges gibt es etliche schöne Wälder, durch die meist schöne Motorradstrecken verlaufen.

Und waldreiche Strecken kann ich gerade heute gut gebrauchen – denn es ist heiss, sehr heiss sogar: 28°C im April sind schon eine Hausnummer. Eine kleine Enfieldfahrt will ich auf jeden Fall machen, und so suche ich mir eine schöne Strecke aus, die so viele Wälder enthält, wie möglich. Das gelingt sehr gut, und daher kann ich runde 150 Kilometer zurück legen, ohne ins Schwitzen zu geraten.

So habe ich mir die heutige Route gedanklich ausgearbeitet. Durch die vielen Waldstücke ist es nicht nur angenehm kühl, sondern auch landschaftlich überaus reizvoll.

Wie man sieht, habe ich heute die graue Enfield ausgewählt. Auch wenn ich bei Ilsdorf, Elpenrod und Ehringshausen bereits schöne Wälder durchfahren habe, ist hier, im Wald kurz vor Kirtorf, mein erstes Foto Shooting.

Dann geht es durch die Wälder in Richtung Arnshain, also ins Antrifttal.

Über Bernsburg geht die Fahrt weiter in Richtung Neustadt, wo zu Beginn eines großen Waldstücks bis vor kurzem ein wunderbarer Platz zum Rasten war: Das Drei-Herren-Eck. Der Gedenkstein und eine Bank stehen zwar noch, aber ansonsten ist der Ort von Baufahrzeugen verwüstet. Der Grund: Hier entsteht ein weiterer Windpark. Haben wir denn immer noch nicht genug von diesen Scheiß-Windrädern? Aber zugegebenermaßen ist der Ort nicht schlecht gewählt: Eine Hochebene ohne Wälder.

Das nächste Waldstück beginnt erst hier, direkt am Drei-Herren-Eck und zieht sich fast bis nach Neustadt hin.

Kurz durch Neustadt, eine Tankstelle zum Wasser fassen angefahren. und schon ziehe ich weiter in die Wälder. Jetzt bollere ich durch das Kurvengeschlängel in Richtung Wahlen. Hinter dem Waldstreifen liegt die Bundeswehr Garnison von Neustadt. Und hier, mitten im Wald, gibt es ein längeres Päuschen. Dabei lausche ich den vielfältigen Waldgeräuschen und kann sogar ein paar Vogelarten identifizieren: Kuckuck, Specht und Eichelhäher.

Der Wald und auch das Gelände der Garnison begleiten mich fast nach Kirtorf, dass ich heute damit zum 2. mal durchfahren.

Bei Lehrbach biege ich dann ab in Richtung Homberg, wo die schönen Wälder im Lützelgrund um Maulbach auf mich warten.

Wo ich schon mal hier bin, besuche ich mal wieder meine Lieblings-Feldscheune bei Wäldershausen. Anschliessend führt mich die Tour durch die Ohmaue und den Igelsrain nach Burg Gemünden und weiter nach Atzenhain.

In Atzenhain wird selbstredend Enders Motorsport besucht, wo es im Schaufenster immerhin eine BMW R nine-T als Scrambler zu sehen gibt.

Zum Abschluß besuche ich den Grünberger Stadtwald, der leider für einen kleinen Windpark ordentlich gerupft wurde. Ich fahre tief hinein in den Wald, was bei den Schotterwegen für die Baumaschinen kein Problem ist. Und hier gibt es als einziges Geräusch das Rauschen der Windräder – nicht störend, nicht laut, aber sonst hörst Du hier nichts! Keine Vogelstimmen, eine sonderbare Stille, wenn man das Rauschen der Windräder mal ausblendet. Ausgesprochen unnatürlich.

Ich werde es sicher nicht mehr erleben, aber nachfolgende Generationen werden wohl mitbekommen, wenn sich die Natur irgendwann ihr Terrain zurück holt. Dann gibt es auch vielleicht wieder Vögel in diesem toten Stück Wald. Und der Beton der Windräder wird von Moos überwuchert sein, aber immer noch an diesen Irrweg einer von Subventionen gesteuerten Politik erinnern.

Seit ein paar Kilometern hat sich der Himmel deutlich zugezogen, dunkle Wolken tauchen auf und ich höre gar schon das erste, noch entfernte Donnergrollen. Aber jetzt bin ich sowieso beinahe wieder zu Hause und beende diese gelungene Wäldertour.

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