Mit Stützkondensator

Der Stützkondensator soll in Verbindung mit einer Diode die Versorgungsspannung für den elektronischen MMB-Tacho während des Startvorgangs mit dem E-Starter puffern, um einen Reset des Tachos zu verhindern.

Seit einiger Zeit macht der Tacho nach jedem E-Start-Einsatz diesen Reset. Die notwendigen Elkos kann mir Claus besorgen, aber mit fast passenden Teilen aus der Wuschelkiste baue ich heute ein Testexemplar zusammen.

So sieht mein Stützkondensator nach kurzer Löt- und Crimpaktion aus. Die Werte von Elko und Diode stimmen so einigermassen.

Mein neuer Vierpol wird noch ein bisschen mit Schrumpfschlauch isoliert und so kommt er dann in die Lampe meiner schwarzen Enfield, direkt vor den Spannungseingang des MMB-Tachos.

Obwohl es heute wieder gewaltig heiß ist, werde ich zu einer Probefahrt aufbrechen. Die muss mindestens 40 Kilometer lang sein, vier Pausen mit Neustarts der Enfield beinhalten un, ganz wichtig, sie darf nur durch waldige, kühle Strecken verlaufen. Das sind wahrhaftig kniffelige Aufgaben.

Erster Stopp nach 20 Kilometern im Wald zwischen Altenhain und Schotten. Nach kurzer Pause dann der Neustart – ohne Reset des Tachos. Ein guter Anfang.

Nach weiteren 60 Kilometern der nächste Stopp an der Charlottenhöhe beim Aufstieg auf den Hoherodskopf. Kurze Pause, Neustart – und diesmal mit Reset. Mist, aber aufgrund der Steigung musste ich beim Starten die Bremse ziehen, was sofort eine Last von 21 Watt durch das Bremslicht bedeutet. Trotzdem Mist.

10 Kilometer später ein weiterer Stopp. Pinkelpause, dann der Neustart – kein Reset. Sehr gut, ohne weitere Belastung klappts also wohl mit dem E-Starten.

Nach insgesamt 95 Kilometern dann auf einem Wirtschaftsweg nahe Kölzenhain der vierte und letzte Stopp. Kurz georgelt – Motor läuft – kein Reset. Braver Stützkondensator.

Am Ende des Tages sind aus den geplanten 50 Kilometern klar über 100 geworden – und die haben sogar noch Spaß gemacht. Das war aber nur dadurch möglich, dass ich zu ca. 95% durch Wälder gefahren bin – was aber im Vogelsberg allgemein und im Dreieck Schotten-Ulrichstein-Nidda speziell überhaupt kein Problem ist.

Bei vier Neustarts gab es nur einen Reset des Tachos – also 75% Erfolgsquote. Geht eigentlich, zeigt aber, dass die Lösung mit dem Stützkondensator grenzwertig ist: E-Starter so kurz wie möglich betätigen und dabei keine zusätzlichen Verbraucher einschalten, dann klapppts.

Sollte natürlich meine Batterie langsam von uns gehen, hilft auch der dickste Kondensator nicht. Aber den Gedanken vergesse ich erst einmal wieder – diese Batterie soll noch etwas halten. Und wenn’s ganz eng wird, wird nur noch gekickt.

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