Ein Nivea-Schock?

Nein, eigentlich nicht – oder vielleicht ein winzig kleiner. Aber der Reihe nach.

Heute ist es mir eindeutig zu heiß zum Fahren, und so gehe ich das kleine Elektro-Problem mit dem Reset des elektronischen Tachos bei Benutzung des E-Starters an. Eine Mini-Schaltung, um dieses bei MMB bekannte Problem zu eliminieren, ist ja bereits der Versorgungsspannung des Tachos vorgeschaltet. Bei knallvoll geladener Batterie wirkt die Schaltung auch, aber wenn der Batterie ein paar Millivolt fehlen, gibts gleich den Reset. Kann natürlich auch sein, dass der Akku allmählich in die Knie geht oder dass der Regler nicht genug nachladen lässt oder dass die Lichtmaschine nicht genug leistet. Viele Möglichkeiten also, aber wir werden sehen.

Nach Öffnen der Lampe entferne ich erst einmal die bisherige Minischaltung. Die Diode und den Elko hatte ich seinerzeit sowieso eher provisorisch eingebaut. Dann beschliesse ich, den Tacho als erste Maßnahme über ein Relais direkt über die Batterie zu versorgen. Da wären dann kein Zündschloß und kein Killschalter im Stromkreis und damit weniger Spannungsverlust. Mache ich bei meinen elektronischen Zündungen ja auch so.

er erste Check zeigt, dass ich dafür eine weitere Leitung von der Elektrozentrale in der linken Toolbox in die Lampe verlegen muss. Also Sitzbank und Tank demontiert. Bei der Gelegenheit könnte ich ja gleich mal die Entlüfterdose prüfen. Kurz nach dem Erwerb der Enfield hatte ich die Entlüftung massiv geändert und verhindert, dass Entlüftungsschmodder wieder zurück in den Motor geblasen wird. Seitdem geht die Entlüftung über besagte Dose einfach auf die Kette.

Und dann der kleine Schock! Die Entlüfterdose ist beinahe komplett voll mit dem berüchtigten Nivea, einer Emulsion aus Motoröl und Wasser. Über dem Nivea steht noch ein halber Zentimeter Wasser. OK, der Schock hält nicht lange an, denn diese Brühe wird ja nicht mehr in den Motor zurück geführt und gelangt ebensowenig in den Luftfilter. Aber dass mein Motor auf etwa 10.000 Kilometern diese Menge an Schmodder produziert, ist schon erschreckend.

Auch die Schläuche von und zur Entlüftungsdose stehen voller Nivea. Na gut, jetzt wird das weiße Dreckszeug gründlich entfernt, die Schläuche durchgeblasen und alles wieder ordentlich verlegt. Klar ist aber jetzt, dass ich doch mindestens 1 mal jährlich einen Blick in die Dose werfen sollte.

Nach dieser schockierenden Einlage geht es weiter mit der Elektrik. Ich ziehe noch ein 1,5mm² Kabel neu und versorge so im ersten Schritt neben der Zündung auch den MMB-Tacho fast direkt.

Aber auch wenn jetzt etwas mehr Spannung am Tacho ansteht, zieht der Elektrostarter die Bordspannung noch so weit herunter, dass der Tacho aufgrund von Unterspannung einen Reset macht. Als nächstes werde ich also eine ordentliche Eingangsbeschaltung zusammen löten und in den Eingang des Tachos setzen. Aber heute nicht mehr – es ist einfach zu heiß und der Nivea-Schock hat doch einiges an Zeit gekostet.

Also Feierabend für heute. Der kleine Arbeitseinsatz hat sich auf jeden Fall gelohnt: Die Entlüftung ist wieder frei von Nivea, die Spannungsversorgung des Tachos ist verbessert und ich habe einen schönen, langen Tag inmitten meiner drei Eintöpfe verbracht. Alles gut also.

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