Mit No.1 ans Wasser

Während des Österreich-Urlaubs mit der Vespa habe ich mich am meisten auf meine Bullets gefreut – ich kann wohl nicht leugnen, dass mir diese indischen Mistböcke ganz besonders ans Herz gewachsen sind.

Und heute ist ein Tag für eine Bullet, nämlich für meine No.1, die Maschine in Athena-Gray.

Das Wetter ist deutlich besser geworden, ohne schon zu heiß zu sein – perfektes Enfield Wetter. Nach der Bespaßung von Leihhund Yellow bin ich um 14:00 auf der Piste.

No. 1 springt nach dreimal langsam durchtreten auf den zweiten Kick an, so mag ich das. Und dann bollern wir den Vogelsberg hoch bis an seine höchste Stelle, um dann in Richtung Main-Kinzig-Kreis wieder an den Abstieg zu gehen.

Erster Stop auf der Anhöhe zwischen Ilbeshausen-Hochwaldhausen und Grebenhain mit Blick auf die Kuppen der Rhön.

Ah ja, mein Ziel ist ja Wasser, und dazu habe ich den Nieder-Mooser Teic…., nein See, gewählt.Hier habe ich ihn schon im Blick.

500 m den Schotterweg hinunter und ich bin dem Wasser schon recht nahe.

Aber heute reicht mir das nicht und ich finde tatsächlich eine Stelle, an der ich das Vorderrad quasi im Wasser parken könnte.

Hier werde ich mich einen Augenblick nieder lassen.

Sehr nett hier, kein Mensch, kein Verkehr, nur vom anderen Ufer hört man leise Stimmen.

Irgendwann fahre ich weiter über Metzlos-Gehaag nach Wünschen-Moos, Zahmen, Bannerod, Heisters und Steinfurt und befinde mich in einem magischen Dreieck zwischen Grebenhain, Altenschlirf und Herbstein. Es ist gut möglich, dass dies einer der wenigen, wenn nicht der allerletzte, weiße Fleck im Vogelsberg ist – also natürlich nur für mich. Besonders zwischen Bannerod und Heisters ist es fast überirdisch schön und menschenleer. Die beiden Orte sind winzig, aber absolut idyllisch.

Auf einer Anhöhe nahe Heisters finde ich dieses malerische Plätzchen und hier halte ich es glatt eine halbe Stunde aus. Dabei erlebe ich einen der wenigen Augenblicke, in denen ich denke „So könnte es bleiben, nichts soll sich mehr ändern“. Aber das ist natürlich nur ein frommer Wunsch, denn die Erde dreht sich einfach weiter.

Mit einem letzten Blick auf Heisters verlasse ich den mystischen Ort, aber nur, um …..

….. auf der anderen Seite des Berges eine ähnlich traumhafte Ansicht zu erleben. Auf der Ruhebank findet sich ein Hinweis, dass dieser Landstrich das Steigertal ist und es hier zwischen 1971 und 1972 die extrem kurzlebige Gemeinde Steigertal gegeben hat. Spannend!

Über Altenschlirf und Herbstein halte in nun in Richtung Westen auf den Hoherodskopf und Schotten zu. Die Enfield läuft tadellos und bereitet mir schier unglaubliches Vergnügen.

Auf dem Hoherodskopf ist motorradmäßig ein bisschen was los , allerdings sind in der Hauptsache sportliche Knieschleifer am Ort. Dennoch trinke ich bei Doro einen Cappuccino und lasse mir noch ein wenig die Sonne auf den Pelz brennen.

Kurz vor Wohnfeld schaue ich kurz in „mein“ Tal, dass beinahe genau so schön ist wie das Steigertal. Beim Ankicken werfe ich die Bullet fast um, weil ich den Versuch auf dem Seitenständer mache. Dumm von mir, aber zum Glück kann ich das herrlich leichte Krad halten. Dann gehts auf die letzten Kilometer nach Hause, wo ich die heutigen 150 Qualitäts-Kilometer noch einmal Revue passieren lasse. War eine klasse Ausfahrt!

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